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Markus Schleiter forscht am Institut zu Themen der Medienethnologie mit dem Schwerpunkt auf Kinofilme aus Südasien. Weitere Interessengebiete von ihm sind die Themen indigene Gemeinschaften Südasiens und die globale Indigenitätsdebatte, Praxistheorie und Kulturkonzepte sowie ethnographisches Schreiben und die Anthropologie des Staates.
Im Mittelpunkt seiner Forschungen steht die Video-Filmindustrie der indigenen Gemeinschaft der Santal in Indien. Im Rahmen von multi-sited-Feldstudien besuchte er als teilnehmender Beobachter Musikstudios und Filmsets dieser jungen Filmindustrie in Indien und führte Zuschauerstudien in Dörfern und Städten Indiens und Bangladeschs durch. Ziel der letztgenannten Studien war es, die Medienpraxis des Filmschauens in ihrer Wechselwirkung zur regionalen Alltagskultur zu untersuchen. Derzeit arbeitet er als Mitherausgeber an einer Anthologie zu indigenen Filmindustrien Südasiens. Dieses Buch richtet die Perspektive auf Filmemacher und zeigt, welche Stellung das weiter gefasste Feld der kulturellen Produktion Südasiens (Bourdieu) für das Aufkommen und den Erfolg solch “kulturalisierter” populärer Medien im Subkontinent hat. Er ist auch Initiator eines Archives für Santali VCD-Filme und Musikalben in Frankfurt am Main und Kalkutta.
Aktuell konzipiert Markus Schleiter ein neues Forschungsvorhaben zum Konsum südkoreanischer Fernsehserien und K-Pop bei indigenen Gemeinschaften Nordostindiens. Er fragt dabei, inwiefern südkoreanische Medien dazu beitragen, Ostasien als Sehnsuchtsort für Konsumwünsche in der Region zu etablieren, aber auch inwieweit diese Medien jeweilige regionale Konzepte einer kosmopolitischen Indigenität der Naga, der Bhutia und der Mizo prägen oder verändern.
Markus Schleiter hat langjährige Feldforschungen zu sozio-ökonomischen Aushandlungsprozessen in einer Siedlung der Birhor im ländlichen Odisha durchgeführt – die Birhor sind eine vormals nomadisch lebende indigene Gemeinschaft Südasiens. Ebenso arbeitete er zur staatlichen Entwicklungsarbeit für indigene Gemeinschaften in Indien und hat sich mit der kolonialzeitlichen Situierung und Stilmitteln ethnographischer Texte zu diesen Bevölkerungsgruppen beschäftigt.

 

Publikationen



Fachartikel und Aufsätze

2015
Nackte Jarawa: „Indigene“ Bevölkerung, Indiens Zeitungs-Boom und administrative Praktiken der Ausgrenzung. Paideuma 61: 71-94.
 

2014  
VideoCD Crossovers: Cultural practice, ideas of belonging and Santali popular films. Asian Ethnology 73 (1-2): 81-100.
 

2014   
India’s Indigenous Cinemas: A Village Video Night and the Future of Santal Traditional Dances. IIAS Newsletter 67: 10-11.
 

2014
Wo es kein Bollywood gibt: Eine ethnologische Reise zum „indigenen“ Kino Indiens. Masala Newsletter 9 (2): 12-18.
 

2010
mit Erik de Maaker. Indigeneity as a Cultural Practice: “Tribe” and the state in India. IIAS Newsletter 53. 16-17.
 

2009
Dances with an Indian “Tribe”. IIAS Newsletter 51: 11.
 

2007
Hausgötter, Hexengift und staatliche Entwicklungsexperten: Eine narrative Ethnographie über Aushandlungen um eine biomedizinische Malaria-Behandlung bei den Birhor in Orissa, Indien. Paideuma 53: 127-144.
 

2006
„Tribal“ Representations: Infliction and mitigation of social suffering. Man in Society 16: 17-27.
 

2006
„Zum Tanze“: Eine ethnographische Erzählung über den indischen „Stamm“ der Birhor. Journal Ethnologie. 5/06.
 

2005
Enduring Endangerments: Constructing the Birhor “Tribe”, development officers and anthropologists from early twentieth-century colonial India to the present. In: Huggan, Graham und Stephan Klasen (Hrsg.) 2005, Perspectives  on Endangerment. Leipzig: Olms, S. 71-82.


Herausgeberschaften

2010
mit Erik de Maaker. 'Indigenous' India. IIAS Newsletter 52.


Buchbesprechungen

2015
Marine Carrin, Palay Kanungo and Gérard Toffin (Hrsg.): The Politics of Ethnicity in India, Nepal and China. Neu Delhi: Primus Books. 2014. 343pp. South Asia: Journal of South Asian Studies 38 (3): 393-341
 
2008
Martin Kunz: Mahasweta Devi. Indische Schriftstellerin und Menschenrechtlerin. Heidelberg: Draupadi. 2006. 216pp. Paideuma 54: 312-314.
 
2008
Tina Otten: Heilung durch Rituale. Vom Umgang mit Krankheit bei den Rona im Hochland Orissas. Berlin: Lit Verlag. 2006. 421pp. Paideuma 54: 315- 316.
Seitenbearbeiter: Webmaster
Letzte Änderung: 23.05.2017
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